Ficus benjamina – die Birkenfeige als Zimmerpflanze oder Büropflanze

Der Ficus benamina und seine Unterarten ist vielleicht die am meisten verbreitete Zimmerpflanze. Wer hat nicht schon zur Einweihung einer neuen Wohnung oder eines neuen Büros dem Freund, der Freundin oder dem lieben Kollegen einen Ficus geschenkt mit dem Hinweis:

 

“Dann ist es schon mal ein bisschen grüner hier!”

 

Ob im Baumarkt, auf dem Wochenmarkt oder beim Gärtner des Vertrauens, es steht immer eine kleine Auswahl bereit, die mit einem günstigen Preis und dem Versprechen auf Wohlbefinden für den neuen Besitzer lockt. Gerne lässt man sich darauf ein. Die Freude darüber, etwas zu verschenken, kombiniert mit dem Wunsch nach Wachstum der Pflanze, der Freundschaft oder des beruflichen Werdeganges des Beschenkten, stimmt heiter und weckt die Hoffnung, weiterhin ein gern gesehener Gast zu sein oder darüber hinaus einer zu werden.

Begonien, Geranien, und Kalanchoe sind wunderschön auf der Fensterbank anzuschauen, sehen aber irgendwie nach einem Besuch bei der Schwieger- oder Großmutter aus. Und wer weiß schon, ob der oder die Beschenkte überhaupt Freude an Topfpflanzen auf der Fensterbank hat.


Die Wahl ist also getroffen, der kleine “Gummibaum” verpackt, und mit ihm ein ganzer Strauß guter Wünsche. “Ach, den schönen weißen Übertopf dahinten, nehme ich auch gleich mit. Hervorragend, eine Zier für jeden Raum!”

Ficus ist beliebt

“Ach, was für eine schöne Pflanze. Ein Ficus dingsbums, oder? Nett!” So oder so ähnlich kann es klingen, wenn beim Eintreten der Gäste nur ein kurzer Augenblick verbleibt, der Freude Ausdruck zu verleihen.

So, und einen Platz hab ich jetzt auch schon. Gleich hier, neben dem neuen Sessel in der Leseecke oder vielleicht hier neben dem Aktenschrank. Fein! Das ist doch mal ein tolles Geschenkt, so schön grün und gut, dass du keinen Strauß mitgebracht hast, ich hab schon gar keine Vasen mehr. Was möchtest du trinken?”

Ist es nicht schön, etwas Grünes im Raum zu haben? Natur, Leben, neben all der Technik, den Hochglanzoberflächen, Glasvitrinen, Schreibtischen, Rollcontainern oder Drehstühlen. Wo liegen eigentlich unsere Wurzeln? Und wie lange ist es her als wir noch im Wald lebten, und uns nur zum Schlafen in Höhlen zurückzogen? Das Pflanzen das Wohlbefinden stärken ist nicht neu. Eine Grünpflanze zur Einweihung, ein bunter Strauß zum Jubiläum, rote Rosen als Zeichen der Liebe oder ein Strauß für die Braut am “Schönsten Tag des Lebens”. Mit Pflanzen transportieren wir Gefühle und verleihen unserer Sinnlichkeit Ausdruck. Zugegeben Smartphones, E-book reader und Flachbildfernseher sind praktisch und Zeichen einer gewissen finanziellen Unabhängigkeit, aber wer würde schon auf die Idee kommen seiner Liebsten den Weg ins Schlafzimmer mit auf den Boden verstreuten Mp3 Playern zu weisen?

Gehasst

“Ach nein, was ist das denn? Schon wieder alles voll gelber Blätter. Jetzt sind bald die letzten Blätter abgefallen und ich kann hier wieder rumkriechen und alles aufsammeln. Irgendwas stimmt doch nicht mir dir? Du warst doch mal so schön grün. Was ist denn bloß passiert? Mal sehen, Erde feucht, sogar im Übertopf ist noch Wasser. Also daran kann es ja wohl nicht liegen. Ich weiß, jemand hat mal gesagt, man soll Ficus benjaminis nicht verrücken und Durchzug mögen sie auch nicht. Oder wie war das noch? Also wenn das so bleibt, dann fliegst du. Lieber keine Büropflanze als so ein Gerippe wie dich!”

 

Armer kleiner Ficus. Niemand würde auf die Idee kommen seine Katze oder seinen Hund zum Trinken in eine Regentonne zu werfen. Natürlich nicht! Jeder weiß das Katzen, Hunde und alle anderen Haustiere trinken, wenn sie Durst haben und nur so viel, wie sie brauchen. Zimmerpflanzen nehmen in der Regel auch nur so viel Wasser über ihre Wurzeln auf, wie sie benötigen. Schwierig wird es, an das begehrte Nass zu kommen wenn ein Topf den Wasservorrat begrenzt oder sich das Wasser staut. Auch wenn es für viele vielleicht merkwürdig klingt, aber Birkenfeigen sind eigentlich richtig robust. Sie sind immergrün und bzgl. ihres Standortes nicht besonders wählerisch. Nur hell sollte er sein. Die Temperatur kann im Winter auch mal unter 17 Grad fallen. Kein Problem. Auch pralle Sonne halten sie nach einer gewissen Zeit der Eingewöhnung aus. Der Ficus gewöhnt sich an fast alles. Nur nicht an ein Leben im Wasser.

Das passiert leicht, wenn wie im obigen Beispiel beschrieben, ein Übertopf zum Einsatz kommt. Der Kulturtopf des Ficus hat nicht ohne Grund Löcher. Hier kann das überschüssige Wasser nach dem Gießen leicht entweichen. Keine Staunässe, keine Wurzelfäule. Leider verhindert der Übertopf dieses und wer nicht genau hinsieht und bei jedem Gießen nach zeitlichen Abständen vorgeht

Ich gieße immer einmal die Woche, das hab ich schon immer so gemacht!

und sich nicht nach dem Bedarf der Pflanze richtet, tut hier zu viel des Guten.

Ficus benjamina: Standort und Jahreszeiten

Pflanzen wachsen immer zum Licht und das umso mehr, je mehr Licht es gibt. Dieses Prinzip ist begründet in der Photosynthese.

Mehr Licht gibt es normaler Weise im Frühjahr und im Sommer. Im Herbst und Winter ist die zur Verfügung stehende Lichtmenge geringer. Das bedeutet, dass Zimmerpflanzen hauptsächlich im Frühjahr und Sommer wachsen. Wenn man sich diesen Grundsatz zu Herzen nimmt, ist es verständlich, was passiert, wenn eine Grünpflanze oder eben der Ficus benjamina mit einer Seite am Fenster steht oder gegenüber eines Fensters an der Wand. Eine Seite wächst, die andere wenig (wenn der Ficus am Fenster steht) bzw. gar nicht (wenn er mit einer Seite an der Wand steht). Hier ist es hilfreich die Pflanze alle 3-4 Wochen zu drehen, damit jede Seite Licht bekommt (nicht entscheidend ist es, ob mit oder gegen den Uhrzeigersinn gedreht wird. Das hängt allein vom persönlichen Wohlbefinden ab).

Im folgenden Absatz geht es nun um den Pflegetipp, den ich bereits weiter oben kurz skizziert habe. Gießen nach Bedarf ist die Regel Nr.1. Nicht zu viel, lieber ein bisschen weniger. Genau wie Menschen, Hunde oder Katzen im Sommer, bei hohen Temperaturen häufiger Durst haben, so ist bei Pflanzen der Wasserbedarf im Sommer ebenfalls höher als im Herbst oder Winter. Wenn im Winter zwei bis drei Liter eine ganze Woche reichen, ist im Sommer oft die doppelte bis dreifache Menge erforderlich. Der Fingertest (Eintauchtiefe des Zeigfingers ca. 5cm) hilft herauszufinden, ob die obersten Erdschichten trocken sind oder nicht.

 

Verkannt

Die richtige Pflanzenpflege vorausgesetzt, ist der Ficus ein treuer und anspruchsloser Begleiter über viele Jahre. Bei gemäßigter Wassergabe, etwas Dünger und hinreichend viel Licht beschert er seiner Besitzerin ein üppiges Wachstum.

Es wird viel darüber diskutiert, ob Zimmerpflanzen beschnitten werden sollten oder ob sie frei und ungehindert wachsen dürfen. Ich denke, das ist Geschmackssache. Wer gerne ein natürliches Aussehen möchte, bei dem lange dünne Triebe mit wenigen Blättern dazugehören, dem sei geraten die Schere in der Schublade zu lassen.

Wer hingegen einen kompakten Busch oder ein schönen Hochstamm mit gleichmäßiger Krone sein eigen nennen möchte, der sollte dann und wann die überlangen Austriebe kappen und den Wuchs korrigieren. Kompakte, kräftige Pflanzen mit dichtem, dunkelgrünem Laub sind eine wahre Zier in jedem Raum. Wenn sie dazu noch in geschmackvollen Gefäßen stehen, wird jeder Besucher das Werk erkennen und seine Anerkennung zum Ausdruck bringen.

Überschätzt – Ist der Ficus giftig?

Viele Menschen denken ja, dass der Ficus giftig ist! OHA. Das hört sich nicht gut an. Also bloß keinen Ficus. Oder doch?

Also, wenn man, sagen wir mal einen Liter gepressten Ficus trinkt, dann kann es schon sein, dass sich das sehr unschön im Körper bemerkbar macht.

Aber, wer das macht, springt wohl auch ohne Fallschirm aus dem Flugzeug.

Richtig ist, und das wird leider oft verwechselt, das manche Menschen allergisch auf den milchigen Saft des Ficus reagieren. Die Haut wird rot und fängt an zu jucken. Dann wird gekratzt und die Haut wird noch roter usw. Manche einer fängt bei den ersten Alarmsignalen der Haut gleich an, sich verwundert die Augen zu reiben, was nicht zu empfehlen ist! Da der Saft im Auge das Jucken an der Hand auch nicht lindern kann. Wenn es also juckt, Hände waschen und nicht die Augen reiben!

 

Sollten Sie demnächst einem Ficus benjamina begegnen, gilt zu allererst, Ruhe bewahren und vermeiden Sie auf jeden Fall hektische Bewegungen. Ach und bitte reißen Sie keine Blätter ab, um den Saft zu kosten!

Hydropflanzen, Zimmerpflanzen, Innenraumbegrünung, Pflanzenpflege, Pflanzgefäße, Raumbegrünung

 

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