Saubere Luft mit Zimmerpflanzen

Grünpflanzen reduzieren den Anteil schädlicher flüchtiger organischer Verbindungen in der Raumluft um bis zu 50%

Wir verbringen mehr und mehr Zeit in Gebäuden. In der Schule, der Universität, bei der Arbeit und natürlich auch daheim.

Die Qualität der Luft, die wir atmen, ist manchmal fünf- bis zehnmal schlechter als im Wald oder auf der grünen Wiese. Aus Studien des Holländers Marius Ballieux, einem Vertreter der organischen Architektur geht hervor, dass Hydropflanzen und Grünpflanzen im Allgemeinen einen großen Teil der schädlichen VOC-Verbindungen aus der Raumluft filtern können. Das wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus und ist der Beweis dafür, dass Raumbegrünung nicht nur das Betriebsklima verbessern kann, sondern auch nachhaltig die Raumluft. 

Entwurf von Schulen, Bürogebäuden oder Hotels werden häufig teure Belüftungsanlagen geplant. Leider so argumentiert der holländische Architekt Marius Ballieux, der sich intensiv für organische Architektur einsetzt: “Bouwen met de Natuur”© (Bauen mit der Natur). Ihm wäre es am liebsten, wenn der Einsatz von Grünpflanzen bereits in der Planungsphase von Gebäuden berücksichtigt werden würde und nicht erst hinterher, wenn alles fertig ist. Vor allem, weil Pflanzen als natürliche Luftreiniger den Einsatz von Belüftungsanlagen reduzieren können. Das ist nicht nur ein phantastisches Beispiel für organische Architektur, sondern bietet auch großes Einsparpotential für die Firmen.

 

Der Holländer ist sich sicher: Um dies zu realisieren, werden deutlichere Zahlen benötigt. Damit er diese liefern kann, setzt er seit einiger Zeit für seine Tests Messgeräte ein, die auch schon bei der NASA zum Einsatz kamen. Diese Messgeräte analysieren die Zusammensetzung der Raumluft auf molekularer Ebene. Es geht dabei nicht so sehr um die Sauerstoffmenge (meistens 20-21%) sondern in erster Linie um die VOC-Konzentration. Diese flüchtigen organischen Verbindungen sind zum Beispiel in den Weichmachern von Kunststoffen enthalten, wie sie zum Beispiel in Möbeln, Bodenbelägen oder elektrischen Geräten zu finden sind. Bei hohen VOC-Konzentration in der Raumluft, traten bei Langzeitstudien vermehrt Beschwerden wie Kopfschmerzen und Allergien auf.

 

Um herauszufinden, welche Wirkungen nun bestimmte Grünpflanzen haben, konzipierte Marius Ballieux eine spezielle Testumgebung. Bei diesem “Laborversuch” wurde deutlich, dass Grünpflanzen unmittelbar nach Ihrer Aufstellung bereits mit der Absorption von flüchtigen organischen Verbindungen begannen und die VOC-Konzentration in wenigen Stunden bereits signifikant reduziert werden konnte. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse wollte der Architekt herausfinden, ob sich seine Testergebnisse in der Realität bewahrheiten würden.

 

Die Jozefschool in Aalsmeer war bereit, für dieses Experiment zwei Klassenzimmer zur Verfügung zu stellen: In einem Klassenraum wurden Pflanzen und Messinstrumente aufgestellt, in dem Kontrollzimmer lediglich die Messinstrumente. In jedem Raum wurden 30 Schüler unterrichtet. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, wären eigentlich 75 Hydropflanzen nötig gewesen, so Ballieux; es konnten aus Platzgründen aber nur 30 aufgestellt werden. Dennoch war das Ergebnis verblüffend. Die VOC-Konzentration in der Raumluft sank in dem Klassenzimmer mit Grünpflanzen um 50%!!!

 

Das bedeutet für Schüler und Lehrer ein enorm verbessertes Raumklima mit wesentlich weniger flüchtigen organischen Verbindungen in der Raumluft zusätzlich zu den sonstigen positiven Effekten von Raumbegrünung wie Schallabsorption und natürliches Wohlbefinden.

 

 

 

 

 

Quelle: Nieuwkoop Europe B.V.

 

Zurück